
Getty Images (Bildagentur) verschickt laut Spiegel-Artikel reihenweise Rechnungen in Höhe von 2000 Euro an Seitenbetreiber, die sich wohl Getty-Bilder ohne Lizens zu eigen gemacht haben, um sie entsprechend zu nutzen. Finde ich gut, ist aber wohl ein unendlicher Kampf. Damals, als ich (wirklich) einer der Erst-Anmelder bei Getty war (ich möchte gern mal meine Datenbank-ID wissen, Getty, ruft mal an!), war ich aufgrund von extrem schicken Postsendungen total überzeugt von Getty. Und ich bin es immer noch. Zwar haben die teuren Postsendungen von hochwertigen Broschüren, Spielen, Bilderkatalogen auf feinstem Papier plötzlich aufgehört - wahrscheinlich weil ich keine Bilder gekauft habe - trotzdem war es ein Hochgenuss als Jungunternehmer kostenlos mit solch kreativen Ergüssen der Getty-Designer und Entwickler versorgt zu werden. Das war mal ein Aufwand in der Wachstumsphase, der sich ausgezahlt hat. Ich denke Getty Images ist mittlerweile eine der TOP-Bildagenturen (habe mich seit längerem nicht damit beschäftigt, aber aus Fotorecherche-Zwecken in der täglichen Agenturarbeit (GREY) sehe ich das so..)..

Getty ist immernoch stylisch: Die Website hat inzwischen mehrere Relaunches hinter sich und die Nutzung der Seite ist bestimmt mind. zu 70% geschäftlicher Natur. Das damalige Geschäft mit Privatkunden sollte nicht gezogen haben, dafür umso mehr die Möglichkeit des Bildverkaufs von Privatmenschen an Jedermann über Getty. Wir Agenturmenschen haben kaum andere Wahl, als auf Bildagenturen wie Getty zurückzugreifen: Schließlich können wir das meiste an den Kunden weiterberechnen und das Art Buying kümmert sich um die ausreichende Lizensversorgung. Auf Freestock-Börsen ist die Qualität für unsere Zwecke meist nicht ausreichend und die Suche zu langwierig. Ein lizensgesichertes Bild ist auch gefühlsmäßig in größeren Geschäften sicherlich die bessere Wahl.
Getty muss im Sinne der Qualität den Kampf im Netz in kauf nehmen und reihenweise abmahnen. Schliesslich möchte ich als Kunde auch nicht, dass mein teuer gekauftes Bild auf mehr oder weniger popeligen Seiten erscheint, während ich habe blechen müssen - ganz zu schweigen von der schwindenden Einzigartigkeit meines Bildes in diesem Falle. Klar - Getty muss hier Fotos wühlen (sicherlich eine langwierige Arbeit, hoher Aufwand), wenigstens hat das ganze einen positiven Nachgeschmack. Damals, als Getty startete, waren zum Teil Fotos in mittelklasse Auflösung mit Getty Images Logo in der oberen Bildhälfte in der Preview zu sehen. Wer da nicht mal ein Bild zum Verwenden runtergeladen hatte, hatte wirklich nichts mit Fotos zutun. Letztlich hat sich auch das natürlich geändert: Logos sind so implementiert, dass eine Logo-Weg-Retusche zuviel Zeit in Anspruch nehmen würde, außerdem sind Previewbilder in einer so kleinen Auflösung, dass selbst Webdesigner kaum mehr noch etwas damit anfangen können.
Möglicherweise war das auch der Grund, warum ich nicht mehr täglich Getty verfolgt habe… ;- )
Aber wenn ich Getty ein Besuch abstatte merke ich: Da muss man sich mal wieder mit beschäftigen…!!
Getty schickt nicht nur Abmahnungen an Privatleute ohne Lizenz, sondern wohl auch an Lizenzinhaber!
Siehe http://www.getty-images-abmahnung.info/
Wirklich grotesk, aber in den USA vielleicht ein üblicher Stil.