Am gestrigen Nachmittag rief die Stadt Kamp-Lintfort zur Fotoausstellung von Joachim Schulz, ein leidenschaftlicher Hobbyfotograf und (Hobby-)Student für Fotografie, der sich größtenteils auf die Landschaftsfotografie spezialisiert hat. Seine fotografische “Reise vom Niederrhein bis nach Nordamerika” zeigt zum Teil beeindruckende, aber zum anderen auch interessant in Szene gesetzte Landschaftssituationen, die nicht nur “schön anzusehen” sind, sondern Gefühl vermitteln. Und das ist doch das, was gute Fotos machen sollten. Hier spricht man nicht nur von “Am richtigen Ort zur richtigen Zeit” - da gehört definitiv mehr dazu.
Joachim zeigt einige Fotos vom Niederrhein (die mich weniger beeindrucken, da ich kein Niederrhein-Fan bin und die Gegend relativ unspannend finde) und viele Fotos aus seinen Reisen quer durch Amerika (NYC, Denali National Park etc), die mich nicht nur aufgrund der Gewaltigkeit der amerikanischen Sehenswürdigkeiten beeindruckt, sondern vielmehr aufgrund der Unendlichkeit dieser Natur und Gegenden fasziniert. Es gibt so viel zu entdecken und Joachim hat es goldrichtig geschafft, hier jede Menge Fernweh zu erwecken. Außerdem war jedes Foto akribisch sorgfältig dokumentiert, was ich wirklich als kleine Feinheit sehe: Bonuspunkt dafür.
Ungewöhnlich für mich ist dieses Engagement in der Fotografie von Joachim. Ich meine, wer ist schon selbstständiger, erfolgreicher Finanzberater und begibt sich in die Studienlehre eines Professors für Fotografie? Und wieviele Menschen trauen sich, ihre Fotos lokal der Öffentlichkeit im Rahmen einer eigen inszenierten Fotoausstellung zu zeigen? Nagut - wohlmöglich auch eine Frage der Finanzierbarkeit (Der gute Druck von Fotos in qualitativer Auflösung im großem Format ist wohlbekannt auch nicht das günstigste), egal: Es hat mich gefreut, im Rahmen der Bekanntschaft mit Joachim mir seine Fotos anzusehen. Denn die Fotografie an sich ist für mich mehr als Fotografie, sie ist Seelenspiegel, Erkenntnis, Interesse,… sie gibt einfach viel über die Menschlichkeit her.
Als Mensch und Fotograf hat Joachim bei mir jede Menge Pluspunkte gesammelt. Und es hat mich gefreut, Lob über die eigene Arbeit zu bekommen. Ehrliches Loben scheint in dieser Gesellschaft ein noch immer etwas unterentwickeltes, zu förderndes Ding zu sein - Schade. Danke Joachim!
Mehr Fotos von ihm in der Fotocommunity (fc): http://www.fotocommunity.de/pc/pc/mypics/646503
NRZ: “Mit 18 Jahren kaufte er sich seine erste Spiegelreflexkamera. Die Zeit der Dias ist bei ihm Vergangenheit, das digitale Zeitalter hat auch ihn erreicht. Inspiriert durch Reisen nach Nordamerika ist er seit 2007 Student bei Prof. Harald Mante in Dortmund. Jetzt stellt Joachim Schulz 32 seiner Exponate bis zum 13. Juli im Museum Kloster Kamp vor. Titel: “Augenblicke - eine Reise vom Niederrhein nach Nordamerika.”


Hallo Nicholas, ich bin schwer beeindruckt von deiner Seite und vor allem von deinem sehr nett geschriebenen Artikel über meine Ausstellung. Du kamst ja ein wenig später und hattest du Rede von der Geschäftsführerin des Klosters Frau Schmitz nicht gehört. Sie hatte sehr bewegende und einfühlsame Worte gesagt. Wer die Rede gehört hat und deinen Bericht liest, der kann nicht an dem Gedanken vorbei gehen, da hat einer von dem anderen abgeschrieben. Unglaublich diese Übereinstimmung. Wenn du es gestattest, werde ich deinen Bericht an einige örtliche Zeitungen weiter leiten.
Wünsche dir ganz viel Erfolg auf deinem weiteren Weg und würde mich freuen, wenn wir mal etwas gemeinsam machen.
Joachim Schulz